Mosel 2003
Oberheimbach

 

Mosel/Hunsrück

 

1.Mai 2003

Heute starten wir zu unserer Moselausfahrt. Um 9.00 Uhr sollte es eigentlich losgehen, aber wie in Bühl üblich wird es doch 9.30 Uhr. Body musste sich auf einer kurzen helmlosen Fahrt erst noch die Haare föhnen. Wie immer startet eine bunt gemischte Schar: Matthias (Fön mit Euter), Andy (Nagelsuchgerät), Body (Mintbombe), Frank und Claudi (Amerikanische Ferienwohnung mit Kühlschrank), Uwe und Ulrike (Amerikanischer Japaner ohne Kühlschrank), Doris (einziger Sportler- wenn sie gewusst hätte was auf sie zukommt-), ich (Was rasselt denn da ?) und das erste Mal dabei, Helmut (Viel zu breit). Über Bebenhausen durch den Schönbuch nach Gärtringen wurden die Motorräder erst einmal warmgefahren. Viele Kurven, wenig Verkehr und noch gute Strassenverhältnisse versprachen einen guten Ausflug. Durch das Würmtal führte uns die Route ins Enzgau. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag noch sehr niedrig da sich der Klebstoff nur zögernd von Franks Hinterreifen löste (sein Kommentar lautete lapidar :“Scheiss Ampeln.“).Nach dem ersten Halt bei Bretten folgte eine schnellere Passage ins Kraichgau nach Eppingen. Danach wieder Kurven und „Klebstoff“ bis zum ersten Tankstop bei Sinsheim. Dank gut ausgebauter Strecke kamen wir anschliessend flott nach Neckargmünd und nach wenig Kilometern am Neckar entlang genossen wir das Mittagessen auf dem Maifest in Neckarsteinach bevor es gut gestärkt ( für manch einen wurde es eine Zwiebeltour) in den Odenwald ging. Wie schon zuvor genossen wir das geringe Verkehrsaufkommen, der Strassenbelag liess aber zu wünschen übrig und vor allem für Doris war es der Beginn einer endlos scheinenden Schütteltour Der Weg führte uns über Wald-Michelbach und Reichelsheim vorbei am Felsenmeer hinunter nach Bensheim ins Rheintal. Beim Einfahren in die Warteschlange an der Rheinfähre Gernsheim stellte Andy plötzlich Luftverlust im Vorderreifen fest. Plattfuss, also zurück zur Tankstelle, aber was tun ohne entsprechendes Werkzeug. Zum Glück kam ein Motorradfahrer aus der Gegend vorbei und fuhr uns voraus zu einem Reifenhändler der direkt an seiner Werkstatt wohnte. Mit hessischer Gelassenheit zog dieser einen neuen Schlauch auf und so konnten wir nach 1 ½ Stunden die Weiterfahrt antreten. Inzwischen war es sehr warm geworden doch auf der Weiterfahrt durch die Rapsfelder im Rhein-Hessischen-Hügelland nach Bingen kam die Mittelrille des Vorderrads selten mit dem Strassenbelag in Kontakt, da der tarke Seitenwind eine ständige Schräglage erforderte. Die letzten Kilometer im Rheintal bis zu unserem Tagesziel Oberheimbach gestalteten sich wieder ruhig mit glänzendem Panorama. Mit 340 Kilometern war es die längste Etappe der Tour. Die Zimmer waren schnell bezogen und nach einem Aperitiv bei Bernie hiess es die knurrenden Mägen zu füllen. Von der Schweinshaxe als Vorspeise bis zum Salatteller; die Küche wurde ausgiebig getestet. Das Halbe nicht gleich Halbe ist musste Frank erfahren der sein Bier erst bekam als sich die ersten Weingläser schon leerten. Nach einem ausgiebigen Durstlöschen und zwischenzeitlichem Wecken des Gastwirts wurde gegen ein Uhr das Nachtlager bezogen. Diese fröhliche Runde wird der Wirt wohl nicht so schnell vergessen.

 

2.Mai 2003

Am nächsten Morgen 8.30 Uhr Treffpunkt Frühstück bei Bernie. Der Kaffee war etwas zu lang auf der Warmhalteplatte aber ansonsten reichhaltig. Pro Person 20 € war in Ordnung. Wieder auf dem Motorrad ging es zunächst das Rheintal hinab nach St.Goar. Hat St.Goar. Hat einer die Loreley gesehen? Anschliessend das erste Mal Bekanntschaft mit dem Hunsrück als wir über Emmelshausen nach Brodenbach an der Mosel fuhren. Der Abstieg vom Hunsrück zur Mosel erschien schon wie eine alpine Abfahrt. Lediglich die katastrophalen Strassenzustände trübten das Ganze. Nach der obligatorischen Zigaretten- und Pinkelpause fuhren wir weiter dasMoseltal hinauf bis Treis-Karden. Hier wieder ein Abstecher in den Hunsrück. Zuvor noch ein Kofferduell zwischen Matthias und Helmut das jedoch ohne grössere Schäden zu hinterlassen abging. Doch jetzt ging es richtig los. Der Routenplaner hat nicht zu viel versprochen. Viele Kurven, kein Verkehr, die Strecke durch das Flaumbachtal nach Mittelstimmrig hatte es in sich. Der Abstieg ins Moseltal nach Senheim bot noch einmal das gleiche Ereignis. Wenn nur diese unebene Fahrbahn nicht gewesen wäre, vielleicht ein Glück für die ansässigen Katzen- ein Aufsetzer weniger und Body hätte fast wieder eine erwischt. Anschliessend kurze Pause beim Hubi-Snack. Spezialwurst mit Zwiebeln und Gulaschkrokette wobei die Krokette nicht einmal den Geschmack unseres Mülleimers Body traf. Auf der Weiterfahrt entlang der Mosel wurde erst noch einmal der Tank gefüllt. Bei Alf wurde die Mosel noch einmal verlassen um einen kurzen Abstecher in den Kondelwald zu unternehmen. Die wenigen Kilometer konnten mit hervorragenden Kurvenlagen( diesmal ohne Löcher ) begeistern. In Reil kreuzten wir das letzte Mal die Mosel der wir noch bis Traben-Trarbach folgten. Beim Aufstieg zur Hunsrückhöhenstrasse fühlten wir uns einmal mehr wie in den Alpen. Bei der Fahrt über den Hunsrück hatte sich endlich auch der Klebstoff an Franks Hinterrad gelöst, so dass sich die Durchschnittsgeschwindigkeit deutlich erhöhte. Am Anfang waren die Strassenverhältnisse noch tragbar. Kurze knackige Passagen wechselten sich immer wieder mit langgezogenen Kurven als auch langen Geraden ab. Das Beste war jedoch der fast nicht vorhandene Verkehr. Nachdem wir die Hunsrückhöhe passiert hatten verschlechterte sich der Strassenbelag dramatisch und im engen Hahnenbachtal hatte vor allem Doris grösste Mühe ihren Kopf ruhig zuhalten, da das Hinterrad den Bodenkontakt scheute. In Kirn hiess es erst einmal wieder die Glieder zusammenzusammeln und dabei wurde auch gleich die Vielfalt von Aldis Süssigkeitenecke ausprobiert. Da es erst früh am Mittag war beschlossen wir in den Pfälzer Wald weiterzufahren. Bei Meisenheim fing es an leicht zu tröpfeln ( 1 Tropfen / km ) was uns jedoch nichts ausmachte, da die Strasse weiterhin trocken blieb. Auch im Pfälzer Bergland wieder die schlechten Strassenverhältnisse wie schon im Hunsrück. In Rockenhausen nahmen wir daher die Bundesstrasse. Auch hier nur wenig Verkehr weshalb wir zügig voran kamen. Erst zwischen Hochspeyer und Neustadt nahm der Verkehr zu. Jetzt beschlossen wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen doch entlang der Weinstrasse war nichts zu bekommen da scheinbar alle Wochenendausflügler in diesem Teil Deutschlands waren. Ein Blick in den Motorradhotelführer, ein Anruf und fünf Doppelzimmer mit Wellnessabteilung in Wilgartswiesen bei Pirmasens waren gefunden. Auf dem Weg dorthin hat es dann auch nicht mehr getröpfelt und der Verkehr liess auch wieder nach. Nach 330 km wurden die Motorräder an der Pension Brödel abgestellt. Als wir uns nach einer halben Stunde wieder unten trafen kamen die ersten und einzigen ( für Männer völlig unverständlichen ) Beschwerden der Frauen „ so schnell können wir uns nicht richten“. Auf die Frage was wir heute essen kam ganz klar heraus: typisch Pfälzerisch – Saumagen oder so, doch als wir das gut bürgerliche Lokal betraten kam uns der Duft doch recht bekannt vor. Es gibt heute zur Abwechslung mal italienische Küche. Wie schon am Abend zuvor liessen wir die Gerichte und Getränke reichlich auffahren und so entwickelte sich erneut ein humorvoller Abend, auch wenn mancher von uns die Strapazen des Tages merkte und etwas Anlauf benötigte.

 

3.Mai 2003

Der neue Morgen begann mit einem Schwimmbadbesuch bevor wieder ausgiebig gefrühstückt wurde. Anschliessend Motorrad beladen, 25 € bezahlen und erneut das Motorradfahren geniessen. Über Bad Bergzabern ging es nach Hagenbach am Rhein. Selbst ein aufgrund unserer Fahrweise aufblendendes Polizeifahrzeug konnte unseren Vorwärtsdrang nicht stoppen. Wir fuhren auf französischer Seite des Rheins bis zur Fähre nach Seltz wo wir etwas länger warten mussten, da es sich um ein älteres Modell handelte, das noch am Seil über den Fluss gezogen wurde. Über Rastatt und Baden-Baden ging es jetzt in den Schwarzwald. Die Strecke nach Forbach war wieder einmal fast nicht befahren. Der nächste Halt war eine Pinkelpause kurz hinter Vorbach wobei der Kühlschrank von Frank das letzte Mal geöffnet wurde. Als wir am Motorradtreff in Kirschbaumwasen zum Mittagessen anhielten beschloss Matthias weiterzufahren, da er noch einen Termin hatte. Das Essen war wieder reichhaltig und günstig und so manch einer musst ganz schön schnaufen. Nach einer Stunde wurde die letzte Etappe angetreten. Über die Erzgrube und Altensteig kamen wir nach 170 km wohlbehalten in Bühl an.

 

Fazit der Tour: 840km tolles Motorradfahren, mindestens 13 Stunden essen und trinken und überaus starke Beanspruchung der Lachmuskeln.

 

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